Goodbye, PSS-alt

5. Juli 2026

Es gibt Dinge im Leben, die kündigen sich an, verschieben sich, verschieben sich erneut. Dann wird es wirklich ernst, aber erst in sechs Monaten. Und dann geht plötzlich alles ganz schnell, und der Tag ist da.

Jetzt wird in den nächsten Tagen also unsere alte „Niendorfer Garage“ an der Paul-Sorge-Straße abgerissen, bei uns in der Abteilung bekannt unter dem Kürzel PSS-alt. Wenn in diesen Sommerferien die Bagger anrücken, verschwindet ein Stück Nachkriegsgeschichte. Die alte Einfeld-Sporthalle am Hauptstandort der Stadtteilschule Niendorf stammt aus dem Jahr 1956 und erzählt viel über den Wiederaufbau des Hamburger Schulwesens.

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Ihre Wurzeln reichen in die unmittelbare Nachkriegszeit. Ab 1949 entstand hier die Volksschule Niendorf nach Entwürfen von Baudirektor Hans M. Antz, 1950 eingeweiht. Der wachsende Stadtteil brauchte rasch mehr Platz, und so folgte ab 1954 eine Erweiterung unter Baudirektor Paul Seitz. In diese Phase fällt die Turnhalle von 1956.

Baugeschichtlich gehört sie zum Typ der sogenannten „Seitzhallen“, standardisierte Schulturnhallen, die in den 1950er Jahren in ganz Hamburg nach einheitlichem Konzept errichtet wurden. Der Gedanke war typisch für die Zeit: schnell, kostengünstig und in Serie funktionale Sportstätten für die vielen neuen Schulen schaffen. Klare Kubatur, ein einzelnes Spielfeld, robuste Bauweise, Nachkriegsnüchternheit als Programm.

Über Jahrzehnte war die Halle Schauplatz von Schulsport, Vereinstraining und unzähligen Turnieren. Ein Ort, an den sich Generationen von Niendorfer Schülerinnen und Schülern erinnern dürften.

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So geht es auch vielen Mitgliedern der NTSV-Volleyballabteilung, die in der PSS-alt ihre ersten Ballberührungen hatten. Ich habe in dieser Halle das erste Mal Training gegeben, und einige der Kinder von damals sind heute als Erwachsene im Volleyball unterwegs. So verbinden sich viele schöne Erinnerungen mit der Halle, die allerdings in den letzten Jahren zusehends verfiel. Die kleinen Schönheitsreparaturen wurden wegen des anstehenden Abrisses ausgesetzt, und am Ende fragte man sich, ob uns nicht bald die Decke auf den Kopf fallen würde.

Das ist natürlich nicht passiert. Die Decke hat durchgehalten, bis zuletzt. Jetzt macht die alte Garage Platz und wir nehmen mit, was keine Bagger abreißen können: die ersten Ballberührungen, das erste Training, ein paar Jahrzehnte Niendorfer Volleyballgeschichte. Und vielleicht gehen ja dieser einige Erinnerungen ins Fundament der neuen Halle über.

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